Die Arbeit mit Kindern ...

Die Besonderheit, die ich immer wieder an Kindern beobachte, ist die Freiheit in deren Augen, die unbekümmert und sorglos einen Blick in die eigene Seele zulassen, ohne von möglichen Gefahren beeinflusst zu sein. Sie geben unverblümt wieder, was deren Gedankenwelt an Worten zulässt und bringen durch ungezwungene Ehrlichkeit Fakten ans Tageslicht, die wir als Erwachsende mit Sicherheit unterdrücken würden.

Es ist eine besondere Aufgabe, Kindern einen Zugang zur Kunst zu geben und deren Möglichkeiten erlebbar und greifbar zu gestalten. Ob sie selbst tätig werden oder Teil des Kunstobjektes sind, geht es darum, den Kindern fernab von PC und Fernsehen einen bisher unerkannten Weg zu eigenen Talenten aufzuzeigen.

Es ist bemerkenswert, wenn besonders lebenslustige Kinder bereits ab vier Jahren mit Farbe und Leinwand vor Begeisterung auf den Sesseln kleben bleiben, nur um den Verlauf ihres eigenen Kunstwerkes für keine Sekunde aus den Augen zu verlieren.
Ich habe in meiner Arbeit im Kunstverein „Kreativity“ mit Sicherheit bereits über hundert Kindern bei Stadt- oder Dorffesten das Gesicht bemalt (Facepainting) und habe in vielen Kinderaugen reflektiert bekommen, wie einfach es sein kann, den Kleinen mit nur wenig Aufwand eine Freude zu bereiten.

Es ist bewundernswert, wenn sich die Kinder mit großen Augen über die Vorlagen stürzen und dann bis zu einer Stunde darauf warten, endlich bemalt zu werden. Es ist jedes Mal eine ernüchternde Beobachtung, wenn die Eltern versuchen, die eigenen Kinder an anderen Kindern vorbei zu drängeln, um die Wartezeit zu verkürzen.
Außerdem ist es interessant zu beobachten, wie sehr die Kinder durch die Eltern beeinflusst werden. Bereits bei der Wahl der Vorlage wird dem Kind in die eigene Meinung eingegriffen: „Möchtest du nicht eine Prinzessin sein?“ oder „Nein, das passt ja gar nicht zu dir, nimm doch lieber dieses hier“.

Wenn den Kindern etwas erhalten bleiben soll, dann ist es die Freiheit, in ihrer Kreativität selbst zu entscheiden, denn wir Erwachsenen bestimmen bereits zu viel in den Köpfen unserer Kinder.

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